Rotary International
Wiesbaden

International Inner Wheel
Wiesbaden

Home Impressum
Die Stadt Wiesbaden
Über Rotary

Clubs
RC Wiesbaden
RC Wiesbaden Kochbrunnen
RC Wiesbaden Nassau
RC Wiesbaden Rheingau





deutsch
english
francais

Wiesbaden - unsere Stadt

„Nizza des Nordens" oder „Kaiserstadt", „Pensionopolis" oder ganz bescheiden „Weltkurstadt" – an Titeln hat es Wiesbaden nie gefehlt. Die Wiesbadener tragen sie mit Stolz, kennzeichnen sie doch eine Stadt mit Profil und besonderem Charme, die sich nicht nur durch ihre idyllische Lage zwischen Rhein und Taunus von anderen abhebt.

Das Wiesbadener Kurhaus

 
Aquae Mattiacorum, Wiesbadens erster notierter Name, zeigt schon, was die Römer an ihr schätzten: weniger den wehrhaften Chatten-Stamm der Mattiaker als vielmehr das Baden in den 26 heißen Quellen, wohltuend und heilsam für rheumatische Legionärsknochen. Im 9. Jahrhundert registrierte Einhart, der Biograf Karls des Großen, erstmalig den Namen „Wisibada" - wobei es dann bis heute mehr oder weniger geblieben ist.

Unter den Grafen von Nassau erblühte das ländliche Städtchen bereits im 13. Jahrhundert zu einem sinnenfrohen Badeort. Stadthistoriker berichten von einem sittlich ebenso wie räumlich recht großzügigen Badebetrieb mit einem Becken, „in dem mehrere Menschen gleichzeitig baden, ja untergehen konnten, ohne dass dies sofort bemerkt wurde". Bald sorgten zahlreiche Badehäuser und Herbergen für einen lebhaften „Wellness-Tourismus" der frühen Art.

Im Kochbrunnen-Tempel auf dem Kranzplatz kann man das Wasser der heißen Quellen verkosten.

 
Den entscheidenden Schub erhielt Wiesbaden, als es 1744 Hauptstadt des Fürstentums Nassau-Usingen und 1806 Hauptstadt des Herzogtums Nassau wurde. Die heutige Stadtgestalt mit dem Kurhausbezirk, dem Straßenfünfeck, das die mittelalterliche Altstadt umschloß, den klassizistischen und Bauten des herzoglichen Stadtschlosses und des östlichen Villenviertels, den romantischen Kirchenbauten wie Bonifatiuskirche, Marktkirche und Griechische Kapelle, den Parks und weiteren großzügigen Straßenanlagen verdankt Wiesbaden der Regierungszeit der nassauischen Herzöge, die 1866 zugunsten Preußens auf ihren Thron verzichten mußten.

Den großen Aufschwung erlebte Wiesbaden nach der Reichsgründung 1871, als die Hohenzollern – nach Einverleibung der Stadt in den preußischen Staat – ihr Herz für die heißen Quellen entdeckten. Wiesbaden war plötzlich in Mode bei Hofe und allen, die dazu gehören wollten. Von 1865 bis 1907 vervierfachte sich die Einwohnerzahl der Stadt auf 100.000 Seelen, in der Hauptsache Beamte, Offiziere und Rentiers, die hier, inmitten repräsentabler Villen und luxuriöser Hotels die Zinsen ihrer Vermögen verzehrten.

Auch wenn heute die Zeiten, da Wiesbaden die höchste Millionärsdichte auf deutschem Boden aufwies, weitgehend passé sind, hat die Stadt neben großzügigen Parks und üppigen Alleen doch einiges vom Glanz der Zaren und Kaiser retten können. Sorgsam gepflegt werden Kurhaus und Staatstheater, die Villengebiete der Jahrhundertwende und eine der ältesten und schönsten Spielbanken Europas, der einst ein russischer Kurgast namens Dostojewski mit seinem Roman „Der Spieler" ein authentisches Denkmal setzte: Er selber war dort – zum Leidwesen seiner Wiesbadener Herbergsleute – am grünen Filztisch „baden gegangen".

Das Schloß, in dem der Hessische Landtag sitzt, die Marktkirche und das Rathaus (rechts).

 
Auch heute noch kommt man nach Wiesbaden nicht selten der Gesundheit wegen – und sei es zum Internistenkongress, der seit über 100 Jahren sozusagen „organisch" mit dieser Stadt verbunden ist. Der „Gesundheitstandort" Wiesbaden hält dank vieler Spezialkliniken – unter anderem die weltweit bekannte Deutsche Klinik für Diagnistik - höchsten medizinischen Standard. Der Badekult der Römer fand seine Erben in einem internationalen Zentrum der Rheuma-Forschung. Der jährlich verliehene Carol-Nachmann-Preis für Rheumatologie ist einer der höchstdotierten medizinischen Auszeichnungen in Deutschland.

Als Wirtschaftszentrum im Rhein-Main-Gebiet mit rund 270.000 Einwohnern beherbergt die Hessische Landeshauptstadt heute neben der Landesregierung vor allem Dienstleistungsunternehmen: Behörden, Banken und Fachverbände, die aufgrund der anerkannt hohen Lebensqualität der Stadt keinen wirklichen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern beklagen.

Was wir Wiesbadener sehr gut verstehen, denn nicht zuletzt ist unsere Stadt auch ein Ort des Kunstsinns: Wer weiß, dass es in dieser Stadt mehr als 70 Orchester, Chöre und Musikvereine gibt, versteht die Bedeutung der internationalen Maifestspiele (den zweitältesten nach Bayreuth), der Konzerte und Ausstellungen, der vielen kleinen und großen Kunstgalerien und Antiquitätenläden, die rund um die klassizistische Altstadt ein Flair schaffen, das größere Metropolen nur mit Mühe erreichen.

Die "Griechische Kapelle" auf dem Neroberg, ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt.

 
Das beliebte Museum beherbergt die größte Sammlung des russischen Malers Alexej von Jawlensky, einst Mitbegründer der Gruppe "Der blaue Reiter", der in Wiesbaden heimisch wurde und auf dem russischen Friedhof begraben liegt - direkt neben der russischen „Griechischen Kapelle" auf dem Neroberg, die als eine Art „Nassauisches Tadj Mahal" mit ihren fünf goldenen Kuppeln die Stadt bekrönt. Sie ist das Grabmahl der nassauischen Herzogin Elisabeth, einer russischen Großfürstin, die allzu früh verstarb und deren untröstlicher Gatte, Herzog Adolph, mit diesem Denkmal seiner Liebe der Stadt ein weithin leuchtendes Wahrzeichen schenkte.